Brennstoffzellen gehen an Bord

Brennstoffzellen gehen an Bord

Siqens-forschungsschiff
MFC für maritime Anwendungen (Quelle: Siqens)

Brennstoffzellen gelten als Allround-Talente. Deswegen wird auch immer wieder der Einsatz im maritimen Sektor getestet. Bislang fehlte es hier jedoch an durchschlagenden Erfolgen. Trotzdem bemühen sich nach wie vor verschiedene Unternehmen darum, in diesem anspruchsvollen Anwendungsspektrum mit ihren Systemen Fuß zu fassen: Die Siqens GmbH erprobt beispielsweise derzeit ihre Hochtemperatur-Methanolbrennstoffzelle (HT-MFC) auf einem Segelschiff, während sunfire ihre bislang nur auf dem Land erprobte Festoxidbrennstoffzelle jetzt erstmals auch auf dem Wasser einsetzen möchte.

Siqens ist ein noch junges Unternehmen. Es wurde im Jahr 2012 gegründet und verspricht, ab dem Jahr 2017 marktreife Brennstoffzellensysteme anbieten zu können. Im Mittelpunkt seiner Aktivitäten steht derzeit der Energiewandler Ecoport 800, eine methanolbetriebene Brennstoffzelle, die mit jeweils 20 l Kraftstoff für 48 Stunden eine Leistung von 800 W liefert. Konzipiert ist das System für verschiedenste Anwendungsmöglichkeiten – von wetterunabhängigen APU-Systemen in Wohnmobilen, Segelbooten und Freizeithütten über Range Extender bis hin zu unabhängigen Stromversorgungssystemen in der Industrie.

Während der Sail 2015 präsentierte Siqens im August zusammen mit dem ttz Bremerhaven sowie dem dänischen Membranhersteller Danish Power Systems (DPS) ein Segelschiff, die MHD Marleen, auf der ein Vorserienmodell der Ecoport 800 zusammen mit einem Akku als Zwischenspeicher installiert ist.

Der Schiffseigentümer Hermann Behrens berichtete HZwei, sein Ziel sei, das unverdünnte Methanol zukünftig nicht nur für die Brennstoffzelle, sondern auch für den Verbrennungsmotor zu verwenden. Die Leitungen dafür lägen schon bereit und der Dieselmotor sei durchaus für Methanol geeignet, so Behrens. Parallel dazu bemüht er sich um den Kraftstoffnachschub. Dafür favorisiere er Methanolabfüllstationen, wie es sie seinen Ausführungen zufolge in China bereits gibt, da eine derartige Versorgung sehr viel günstiger sei als eine Befüllung mit Methanolkanistern. Entsprechende Gespräche mit Reedern und Yacht-Besitzern werden bereits geführt.

Behrens zeigte sich zuversichtlich, dass sowohl die weitere Umrüstung seines Bootes als auch die noch kommenden Gespräche positiv verlaufen, so dass dann anschließend die eingesetzte Technik auch beispielsweise in Lkw Einzug halten könne. Da der Einsatz von Brennstoffzellen in Schiffen seinen Worten zufolge „die schwierigste Anwendung ist“, könnten später auch andere Bereiche von dieser Entwicklung profitieren.

sunfire geht im Vergleich dazu mit deutlich leistungsstärkeren Systemen auf See. Das Dresdner Unternehmen lieferte jetzt im August wie geplant eines seiner SOFC-Aggregate an ThyssenKrupp Marine Systems aus (s. HZwei-Heft Okt. 2014). Das Hochtemperatur-Brennstoffzellenmodul, das jetzt 50 kW, und nicht wie ursprünglich vorgesehen 40 kW, aufweist, wird im Rahmen des Projekts SchiffsIntegration BrennstoffZelle (SchIBZ) innerhalb des NIP-Leuchtturmvorhabens e4ships zunächst an Land in Betrieb genommen und dann im Jahr 2016 auf See in dem Frachtschiff MS Forester der Reederei Braren erprobt. Dort soll es 25 bis 50 Prozent der Bordstromversorgung übernehmen. Als Brennstoff kommt schwefelarmer Dieselkraftstoff zum Einsatz.

Weltumrundung mit Solar-Wasserstoff

Energy Observer: Weltumrundung mit Solar-Wasserstoff

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Katamaran mit sauberem Antrieb, © Energy Observer

Seit diesem Sommer läuft die Weltumfahrung des Solar-Wind-Wasserstoff-Katamarans Energy Observer. Fast vier Jahre haben die Vorbereitungsmaßnahmen gedauert, bis im Juli 2017 die Schiffstaufe und der offizielle Start erfolgen konnten. Während ihrer insgesamt sechs Jahre dauernden Reise in rund 50 Länder wollen die Initiatoren über erneuerbare Energien informieren, nachhaltige Technologie präsentieren und deren Potential demonstrieren. Im Mittelpunkt steht dabei die Energieautonomie.

Die Idee für dieses Vorhaben kam im Jahr 2013 von Frédéric Dahirel, der Victorien Erussard auf die Konstruktion eines Solarkatamarans ansprach. Erussard, Marineoffizier und Wettkampfsegler, kaufte daraufhin gemeinsam mit Jérome Delafosse für 500.000 Euro ein ehemaliges Segelrennboot, das 1994 die Jules Verne Trophy gewonnen hatte, und stellte eine Mannschaft zusammen.

link-to-hzwei-web

Sonne, Wind und Wasserstoff

Zu den ersten Aufgaben der Mannschaft zählte es, aus dem Segelrennboot in Saint-Malo, Frankreich, einen Solarkatamaran zu machen. Dafür wurde der ursprünglich 24,4 m lange und 12,8 m breite Doppelrumpf auf 30,5 m gestreckt und anstelle des Segels mit Photovoltaikmodulen, Windturbinen und einem Elektrolyseur plus Brennstoffzellensystem ausgestattet.

Neben den 130 m2 Solarzellen (21 kW) verfügt das 30 Tonnen schwere Schiff über zwei senkrechte Windturbinen mit jeweils 1 kW sowie einen Kite-Schirm. Der Lenkdrachen soll sowohl den Energiebedarf reduzieren als auch – bei optimaler Ausrichtung – die beiden 41-kW-Elektromotoren in Stromgeneratoren umwandeln. Mit Hilfe des selbst erzeugten Ökostroms wird dann an Bord per Elektrolyse Wasserstoff (4 Nm3/h) aus Salzwasser hergestellt. Dafür wurde zusätzlich extra eine auf Umkehrosmose basierende Entsalzungsanlage an Bord installiert.

Eine Reise für die Zukunft

Erstmals zu Wasser gelassen wurde das umgebaute Boot am 14. April 2017. Kapitän Victorien Erussard erschien allerdings erst kurz vorm Stapellauf, weil am selben Tag sein zweiter Sohn das Licht der Welt erblickte. Erussard sagte: „Das Boot zu sehen, das zum ersten Mal das Wasser berührt, ist so ein tolles Gefühl! Ab jetzt werden wir alle diese neuen Technologien testen – vor allem den Elektrolyseur und die Brennstoffzelle.“ Expeditionsleiter Delafosse ergänzte: „Es ist ein einzigartiger Moment mit tollen Emotionen. Dieser Start ist der Beginn unserer Odyssee für die Zukunft.“

„Dieses Projekt spiegelt die notwendigen Veränderungen weltweit wider.“

Nicolas Hulot, Paten vom Energy Observer

Von ihrem Heimathafen in der Bretagne brachen Dahirel und Erussard am 26. Juni 2017 um 8 Uhr in Richtung Paris auf. Am 4. Juli erreichten die Abenteurer die französische Hauptstadt, wo die Energy Observer zwei Tage später von ihren Paten, dem Energiewende-Minister Nicolas Hulot sowie CEA-Liten Generaldirektorin Florence Lambert, getauft wurde. Außerdem waren die Bürgermeisterin von Paris Anne Hidalgo und Bertrand Piccard, Abenteurer und Präsident der Solar Impulse Foundation, zugegen.

Der Pariser Zwischenstopp von Energy Observer dauerte bis zum 15. Juli, gefolgt von einer weiteren Station in Boulogne sur Mer, bevor das Schiff nochmals „wegen einer kurzen Reparatur“ – wie es seitens der Organisatoren hieß – den Heimathafen ansteuerte. Ende August ging es im Rahmen der „Tour de France“ weiter nach Cherbourg-en-Cotentin, Nantes und Bordeaux. Anschließend soll es ins Mittelmeer gehen. Eine mögliche Station ist auch Hamburg, allerdings wohl erst 2019. Während der gesamten Fahrt, die von der ersten Minute an live im Internet über online-trecking nachvollzogen werden kann, sind insgesamt über 100 Stopps vorgesehen.

Bertrand Piccard

Vorbild des Energy Observers ist die Weltumrundung von Bertrand Piccard und André Borschberg in ihrem Elektroflugzeug Solar Impulse 2 (ca. 17.000 Solarzellen, vier Elektromotoren, Spannweite: 72 m, Fluggeschwindigkeit: 48 km/h). Die beiden Abenteurer waren im März 2015 in Abu Dhabi gestartet und am 26. Juli 2016 wieder in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate gelandet. Die reine Flugzeit für die mehr als 40.000 Kilometer betrug knapp 510 Stunden, wobei das Flugzeug allein von Solarenergie angetrieben wurde. Die lange Projektlaufzeit war einem Akku-Defekt geschuldet, der eine neunmonatige Pause notwendig gemacht hatte. Trotzdem gratulierte der damalige Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon den beiden mit den Worten: „Das ist ein historischer Tag.“ Piccard beende zwar seine Reise, so Ban, aber dies sei erst der Anfang für eine nachhaltige Welt gewesen.

www.energy-observer.org

http://energyobserver.geovoile.com/tourdumonde/2017/tracker/?lg=en

Die ersten Förderbescheide der Bundesregierung für E-Busse

Tatsächlich hat der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU) in dieser Woche die ersten 60 Förderbescheide über insgesamt zwölf Millionen Euro an Kommunen übergeben, damit die Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität beginnen können.

Flensburg sollte sofort Anträge, für saubere Busse, in Berlin stellen.

Hier sehen Sie einen Hyundai H2 e-Bus.

Protokoll der Veranstaltung mit dem Zukunftsforum in Glücksburg vom 30.11.2017

Protokoll der Veranstaltung mit dem Zukunftsforum in Glücksburg

Zeit und Ort: 30.11.2017, ab 19:00 Uhr in der Aula der Grundschule Glücksburg

Veranlassung; Aus einem Kontaktgespräch mit dem Glücksburger Zukunfts-Forum und dem Vorstand der EES Flbg.
entstand der heutige Vortragsabend

Eingeladen als Referenten sind
Herr Marko Bartelsen von „Energie des Nordens“
Herr Andre Steinau von GPJoule

Der EES-Vorsitzende Peter Helms begrüßt die Referenten, Mitglieder des Glücksburger Zukunftsforums, Gäste und EES Mitglieder.

Das Eingangsgespräch zu den heutigen Sachthemen führt Peter Helms und umreißt den heutigen Stand der H2 Wirtschaft, die Begründung des EES, und dessen Ziele.

Herr Marko Bartelsen „Energie des Nordens“ (EdN):
Herr Bartelsen erklärt die Tätigkeitsfelder der EdN

1) Stromveredlung
Sektorenkopplung per Wärme und Elektrizität mittels H2
– ein vielschichtiges Thema dessen Inhalte aus dem www Netz entnommen werden sollten

2) Projekt Haurup
– Einrichtung eines Elektroseurs mit 20 kg H2/h
H2 Speicherung und weitere H2 Anwendungen
Warum in Haurup
– weil E-Umspannwerk vorhanden
– Gasnetzanschluss in Haurup um H2 einzuleiten

3) Zukunftsprojekt sind Bus, Auto und Bahnbetrieb per H2
Erklärt das Projekt „Westküsten Busverbindung zw. Husum und Niebüll“ das in Kooperation mit GP Joule durchgeführt wird.

4) Vorstellung von verschiedenen Projektpartnern wie Gasunie /NL, Fa. Linde, NEW 4.0,
Siemens, Greenpeace etc.

5) Die Firma „EdN“ erklärt sich klar zur ökonomischen Energiegewinnung durch die Herstellung von H2 aus Wind, Sonne und Abfall-Bio.

PS: Die Voraussetzungen sind vorhanden, die Dinge sind klar, wir können loslegen, wir benötigen leider das politische „GO“

Für eine kleine Zwischenbilanz meldet sich EES Vorstand Peter Helms nach dem Vortrag und bekundet die immensen Fortschritte in China und Indien gleichzeitig kritisiert er aber auch den Lobbyismus in Dtl. durch den die Etablierung einer umfassenden H2 Wirtschaft massiv behindert wird.
Stichwort „Genehmigung von Elektroseuren, Errichtung von H2 Tankstellen und zu schleppende Herstellung von H2 PKWs von deutschen Herstellern.

Herr Andree Steinau GPJoule:

Zunächst erklärt Herr Steiner anhand von unserem H2 Modell“ die technische Produktion und dem Verbrauch von H2 in einer Brennstoffzelle.
Das „Modell“ ist bei solchen Anlässen immer beliebt, weil man auch dem Laien gut die „H2 Nutzung“ veranschaulicht erklären kann.

Er bedauert das der Hauptabsatz von H2 PKWs in Japan und Korea stattfindet, und daher kommen auch die straßenfähigen Autos aus Japan und Korea.
Dtl. kommt zu schleppend voran Stichwort Lobbyismus !!!.

Herr Steinau umreißt die Ziele und Tätigkeitfelder von GP Joule

1) GP Joule konstruiert und fertigt Wind und Solarparks und erklärt eine klare positive Haltung zu den Klimazielen.
Daraus folgert Herr Steinau dass das Gas H2 sein muss und somit auch „Grün „ erzeugt werden sollte,
d.h. aus Wind und Sonne. „Wir haben in SH ausreichend Wind und den gilt es zu nutzen“.
Er schlägt einen Bogen zur kürzlichen Vergangenheit. Zunächst kamen die Autos mit Erdgasmotoren, dann kam das CO2 Problem und damit die erklärten Ziele der Bundesrepublik.
Jetzt sollen rein Batterie betriebene Autos das non plus Ultra sein. ???. Das ist sehr fraglich, weil der Bau der großen Fahrbatterien massiv seltene Erden etc. benötigt und weitere Probleme nach sich zieht.
Dabei kommt die Verfügbarkeit von Aufladestationen und die lange Aufladezeit zur Sprache.

2) GP Joule verbindet Erzeugung von H2 und Verbrauch
H2 kann man in vielen Märkten einführen z.B. ins Erdgasnetzt einspeisen, für die Mobilität nutzen, Industriebedarf, Verstromung etc. pp
Konzept „H2 Verbund“: H2 erzeugen, speichern, transportieren, verarbeiten und vermarkten.

3) Die Lösung der Mobilität wäre:
Mit Hilfe der erzeugten Elektrizität aus Wind und gelegentlich aus Sonne;
Wasser in seine Bestandteile H2 und O2 zu spalten
das H2 mit O2 in der mobilen Brennstoffzelle (Auto) wieder zusammenzuführen und die freiwerdende Energie für den Antrieb zu nutzen.
„Wasser wird wieder zu Wasser“
Darüber hinaus erwägt GP Joule sowie auch „EdN“ den Busbetrieb in SH zu reformieren und die dieselbetriebenen Bahnen in SH mit H2 zu fahren.

4) Regionale Wertschöpfung aus Erneuerbaren Energien geht hier in SH sehr gut !!!!!
Herr Steinau beklagt die Rechtslage in Deutschland, sie ist nicht für die EE konzipiert das müsste geändert werden.

5) Akzeptanz der H2 Technologie durch Wertschöpfung vor Ort
Primärproduktion durch Wind unter der Beachtung der Kostenkurve
Stromproduktion durch die „Windmüller der Westküste
Wir wollen dass die Wertschöpfung in SH bleibt.
Herr Steinau erklärt die zukünftige Preisentwicklung von H2 bei einer akzeptablen Abnahme und prognostiziert eine Kostendegression von H2.

Schlusswort vom EES Vorsitzenden:
Nach diesem Vortrag würdigt EES Vorstand Peter Helms das Engagement von EdN und GP Joule.
Er stellt fest das da jede Menge Herzblut in der Sache mitfliest. Dies wird auch von beiden Rednern bestätigt.
Im Umkehrschluss bedanken sich auch die Redner beim EES für das Engagement einer sauberen Umwelt durch die Unterstützung bei den Klima Zielen.

Anschließende Diskussion:

Den anschließenden Fragen stellen sich die beiden Referenten sowie auch Peter Helms zur Antwort.

Wie wird der Wasserstoff nun aktuell hergestellt „Grau oder Grün“

Herr Steinau: Momentan noch meist Grau aus Raffinerien usw. H2 ist teilweise auch Abfallprodukt
Unsere Zukunft gilt aber ganz klar der Herstellung aus Wind, Sonne und Bioabfall, also alles rein ökologisch.

Was sind die Nachteil bei der H2 Herstellung
Herr Bartelsen: Es klingt ein bisschen frenetisch aber es gibt keine Nachteile es gibt Hindernisse in Form von Lobbyismus, EEG Umlage, Windmühlen Ab-Regelung, usw.

Wie ist die preisliche Marktreife
Beide Refs:– sehr gut im Vergleich zu Benzin und Diesel, wir liegen z.Zt. ca. am Dieselpreis.
!!! Und….wir sind am Anfang der Produktion und Entwicklung.

Frage nach privater H2 Herstellung und Verbrauch
– ist in Planung

Die allgemeine Frage: -keine Tankstelle kein Autokauf // die Henne und das Ei
Peter Helms:– Wir müssen das überbrücken mit Mut zur Zukunft und mit kommunalen Vorleistungen

Es kamen weiter Fragen nach Wertschöpfung, momentane Situation, Fakten, zukünftige Arbeitsplätze, Sicherheit etc. pp.
Die Antworten wurden von den Referenten sowie von unserem Vorsitzenden beantwortet

Letztlich bedankt sich Peter Helms bei Herrn Repenning vom Glücksburger Zukunfts-Forum für die Einladung,
sowie bei den Anwesenden für das Interesse und wünscht der „Koalition Glücksburg /Flensburg“ einen guten Weg in die Zukunft.

Flensburg, den 2.12.2017

Schriftwart; Hans Kötzner

Protokoll vom öffentlichen EES-Stammtisch am 8.Nov 2017 im Restaurant Borgerforening

Protokoll

vom öffentlichen EES-Stammtisch am 8.Nov 2017 im Restaurant Borgerforening

Motto:         EES-Round-Table Gespräch „Energieversorgung mit H2“

Der Vorsitzende Peter Helms begrüßt die Referenten, Gäste und EES Mitglieder.

Eingeladen als Referenten sind
Marco Bartelsen von „Energie des Nordens“
Herr Uffe Borup von der Fa. NEL Hydrogen Solutions, Dänemark
Ralf Ehlers von GPJoule
Sören Nissen von der Studentenschaft UNI Flbg.
Reinhard Christiansen von „Energie des Nordens“

Pressevertreter: Flensburger Tagblatt (Herr Jolly)

Anwesenheit: ca. 90 Gäste und Mitglieder

Zur Stellungnahme bei der Diskussionsrunde begrüßt Peter Helms außerdem:
Frau OB Simone Lange
Frau Petra Nicolaisen, MdB CDU
Herrn Paul Hemkentokrax GF Busbetriebe Flbg.
Herrn Thorsten Roos, LR Kreis SL/Fl
Die Herren Otzen und Otten von der WIREG
Herrn Prof. Dr. Jens Born
Herrn Jörg Petersen von der CDU
Herr Friedrich Reese Stellvertr. Bgm. Handewitt
Herrn Björn Meyer von der IHK
Herrn Heiner Dunkel / MdL SPD SH
Ratsherr Glenn Dierking vom SSW
und bedankt sich für das zahlreiche Erscheinen.

Der stellvertretende EES Vorsitzende Herr Carsten Theet stellt sich vor, begrüßt und bedankt sich ebenfalls für das zahlreiche Erscheinen unserer heutigen Gäste und Mitglieder.

Das Eingangsgespräch zu den heutigen Sachthemen führt der stellvertretende EES Vorsitzende Peter Hamann und umreißt die Entstehung und Begründung des EES, dessen Ziele und den heutigen Stand.
„Öffentlichkeitsarbeit, Präsentationen und Durchhaltevermögen der EES wären der Grund für den Erfolg dass in 2018 eine H2 Tankstelle am Skandinavien Park vor den Toren Flensburgs, errichtet wird.
Mit Hilfe einer PowerPoint Präsentation führt er in das heutige Thema ein und zeigt die Orte an dem H2 Tankstellen in DK und Norddeutschland heute schon stehen, sowie für 2018 geplant sind.
Des Weiteren zeigt er H2 Autos, sowie die Vorteile einer H2 Mobilität per Bus und Bahn und die mögliche „Grüne H2- Produktion“ in Nordfriesland (Haurup)

Referenten:
Herr Marko Bartelsen „Energie des Nordens“:
Herr Bartelsen erklärt die Produktion von H2 per Elektroseur (Elektrolyse),
die mögliche Speicherung des H2 an den Tankstellen sowie im Erdgasnetz.
Er erläutert die H2 Nutzung durch die Brennstoffzelle in der Mobilität, sowie die Stromveredlung.
Bei der Stromveredlung wird H2 in Wärme umgesetzt oder/und eine Rückverstromung nach Bedarf der jeweiligen Örtlichkeit vorgenommen.
Er erklärt die Anlagekonzeption des Elektroseurs in Haurup. Er begründet den Standort mit dem vorhandenen E-Umspannwerk, und durch die Möglichkeit der H2 Einspeisung in das vorhandene Erdgasnetz.

Herr Bartelsen stellt namhafte Partnerfirmen der Fa. Energie des Nordens vor.
So z.B. Linde, Siemens, NEW4.0, Gasunie/NL, Greenpeace und viele kleinere Partner und Beteiligungen mehr.

Herr Bartelsen lädt außerdem zum „Grünstrom Event  nach Enge Sande zum 1-3.6.2018 ein.

Zwischenruf: Herr Carsten Theet empfiehlt den interessierten Gäste sich die Homepage der Fa. „Clever Shuttle“ anzusehen (Stichwort 20 H2 Fahrzeuge für Berlin).

Herr Uffe Borup: Fa. NEL Hydrogen Solutions, Dänemark

Die Fa. „Nel Hydrogen Solutions“ ist ein „Allround Supplier“ für H2 Energie.
D.h. von der Produktion bis zum Endverbraucher.
NEL steht für die Produktion von H2 per Elektroseur sowie für die Speicherung und für den Betrieb der H2 Tankstelle.
Neben den Aktivitäten in DK und Europa hat NEL eine Niederlassung in Cal/USA
Das Hauptwerk der NEL steht in Herning/ Jütland, DK (ca. 150 km nördlich Flbg.)
Grundsatz-Ziel: Produktion von grünen Wasserstoff.
NEL steht für Konzepte in Zentraler und in Vor-Ort Ausführung.
Nel übernimmt den gesamten Bereich der H2 Produktion bis zur Endnutzung in der entsprechenden Mobilität.
Herr Uffe führt aus dass der Aspekt der Wirtschaftlichkeit in Relation zu herkömmlichen Kraftstoffprodukten eine Rolle spielt.
So sollten bei einem Verbrauchsvergleich die Preise für H2 Kraftstoff unterhalb der heutigen Kraftstoffpreise liegen.
Das Preisziel benennt Herr Borup mit 5.- €/kg H2.
Dieser Preis ist weit unter den heutigen Kraftstoffpreisen im Verbrauchsvergleich /100km.
Man benötigt bei einem Durchschnittswagen ca. 1 kg H2/100km

Produktionsbezogen bedeutet dass, je größer die Elektroseur-Anlage, desto preiswerter kann H2 produziert werden.
Derzeitiger Produktionsstand der Anlage in Herning. IST 30 kg H2/Tag. Plansoll/2018: 300 kg H2/Tag

Herr Borup zeigt per Grafik den derzeitigen H2 PKW Bestand in Dänemark, Island, Norwegen und Cal /USA.

Zur Etablierung von H2 auf dem Tankstellen-Markt sind Flotten z.B. Busse oder Taxis wichtig. Und in diesem Zusammenhang meint Herr Borup dass die Buspreise in Folge der Anzahlherstellung spürbar sinken werden.
Auch die Platzverhältnisse für eine H2 Tankstelle auf einer Befüllungs-Station sind zu beachten.

Sein Fazit:        Die Zeit ist reif für H2

Ralf Ehlers von GPJoule:

Herr Ehlers begnügt sich mit einer Kurzfassung seiner Ausführung.
Er erläutert das Projekt H2 Busse von Husum nach Niebüll.
Akzeptanz der H2 Technologie durch Wertschöpfung vor Ort
Wir wollen dass die Wertschöpfung in SH bleibt.
Das bedeutet H2 von der Energieherstellung durch die H2 Elektroseure bis zur Nutzung.
Stichwort „Akzeptanz der Energiewende“
Primärproduktion durch Wind unter der Beachtung der Kostenkurve
Sein Fazit: Es rechnet sich, wenn die Politik eine positive Stellung einnimmt.
Wenn Bundes- und Örtliche Genehmigungen vorliegen kann alles sofort gestartet werden.
Die Vorrausetzungen sind gegeben.

Sören Nissen von der Studentenschaft Hochschule Technik / Flbg

Eine Studentengruppe der HS Flensburg hat ein Projekt ausgearbeitet
Das Projekt ist die Bahnlinie Flensburg /Niebüll
Mittels Umfeldanalyse und Machbarkeitsstudie haben die Studenten kalkulatorisch nachgewiesen,
dass unter Inanspruchnahme von entsprechenden Fördergeldern des Bundes oder des Landes ein Umsteigen von herkömmlichen Energieträgern auf H2 nicht nur Konkurrenzfähig, sondern sogar wirtschaftlicher ist.
Die überaus hohen Kosten einer Elektrifizierung fallen nicht an !!
Als Vorlage diente auch das Pilotprojekt von Alstom/Siemens in Niedersachsen.
Für die technische Machbarkeit arbeiten die Studenten mit der Fa. „Energie des Nordens“ zusammen.
Fazit: H2 ist nicht nur konkurrenzfähig sondern wirtschaftlicher.

Reinhard Christiansen von „Energie des Nordens“

Herr Christiansen möchte am heutigen Abend nicht auf technische Details eingehen.
Er konzentriert sich auf politische Vorgaben und der zeitraubenden Administration in „Bund und Land“.
In Bezug auf Bundespolitische und auch Landespolitische Genehmigungen bedauert Herr Christiansen in großem Maße dass der Genehmigungsdschungel „Undurchsichtig und sehr Hinderlich“ ist.

Beispiel: „Warum kann „Alstom“ in Niedersachsen mit der H2-Bahn, Personenbeförderungen durchführen und hier in SH nicht. Wir fühlen uns ausgebremst !!!
Die Förderung von H2 Autos durch das Bundeswirtschaftsministerium ist mehr als undurchsichtig.
Er bedauert die Strompreisgestaltung in Bezug auf die H2 Produktion ???
Nicht „Grauer“ sondern „Grüner“ Wasserstoff muss es sein !!!!
Ausufernde administrative Hindernisse sind massiv störend
Zum Betrieb eines Elektroseurs benötigt man nachheutiger Kalkulation ca. 80 PKW.
Herr Christiansen bedauert auch sehr sodass DK keinen H2 abnimmt. Dazu befragt er den anwesenden Herrn Borup wie man da vorgehen könnte.
Herr Borup kann diesbezüglich auch keine definitive Antwort geben weil dies nicht in seinem Bereich fällt.
Die dänische Energiepolitik wird in Kopenhagen gemacht, und da ich kein Politiker bin, kann ich leider nur             empfehlen sich dorthin zu wenden.

Im Gegenzug dazu arbeitet die Holländische Fa. „Gasunie“ in vorzüglicher Weise für die H2 Gas Einlassung in deren Erdgasnetz.
Sie investieren beträchtlich für eine H2-Gas-Aufnahme in deren Erdgasnetz.

Anschließende Diskussion:

  • Aus dem Publikum kommen die unterschiedlichsten Fragen bzgl. H2.
    So z.B. Warum sind die H2 Autos so teuer

Peter Hamann meint daraufhin: Das Herzstück ist die Brennstoffzelle.
Die Brennstoffzelle gibt es zwar schon ca. 30 Jahre, aber das waren die ersten Anfänge. Die heutigen Patente sind aktuell und die Zellen-Elemente sind sehr aufwändig und teuer. Die Erfinder würden sich das natürlich gerne gut bezahlen lassen.
Aber; Seit Januar 2017 kam mit dem Umweltkongress „Davos“ Bewegung in die H2 Mobilität.
–           die Fahrzeugtechnologie ist weitgehend ausgereift
–           der Preis ist eine Mengenfrage
Alleine an „Davos“ kann man sehen dass die H2 Mobilität nicht eine Frage der Technik- Kosten ist, sondern in hohem Maße vom politischen Willen abhängt.

 

  • Aus dem Publikum kommen mehrere Frage administrativer und auch technischer Art
    B. H2 Preis, H2-Mobilitätsförderung, H2-Tankstellenförderung, Umrüstung von bestehenden
    Autos (Umbausatz). Umrüstung bei großen Fahrzeugen (wie Busse) etc pp.Herr Thorsten Roos Landrat Kreis SL/Flbg. übernimmt die Antwort:
    Er will tun was in seinem Ressort geht, und sich dafür einsetzen dass ab sofort engagiert in den Klimaschutz mittels „Grünem H2“ aus Bioanlagen und landwirtschaftlichen Abfallstoffen investiert wird.
    Dadurch entsteht ein „Mehr“ an H2 und dies wäre preisdrückend.
    „Wir müssen zusammenarbeiten“
  • Ein Gast fragt;
    Um den Schutz von mechanische Arbeitsplätzen z.B. im Motorenbau zu erhalten, wäre die Brennstoffzelle kontraproduktiv. Warum kann man nicht H2 in Verbrennungsmotoren nutzen da kommt aus dem Auspuff auch nur Wasser und der Reinheitsgrad des H2 müsste nicht hoch sein ???Peter Hamann sagt dass bei der Motorverbrennung der Wirkungsgrad zu schlecht sei, und sich deshalb am Ende der Motor gegen die Brennstoffzelle sich nicht durchsetzen würde.

Oberbürgermeisterin Flensburg, Frau Simone Lange meldet sich zu Wort
Frau Simone Lange sagt, dass sie schon lange die H2 Initiative begleitet.
Auch sie freut sich über die vielen Besucher am heutigen Abend und die positive Entwicklung der EES H2 Initiative.
Was sie tun kann und gerne tut ist, dass sie das Thema in das Rathauses tragen will unter der Rubrik „Klimaschutz in der Arbeit des Klimapaktes“.
Der „Klimapakt“ ist seit Jahren ein fester Bestandteil des Umweltschutzes im Rathaus.
Ihr Credo; H2 ist reif für die Teilhabe eines Projektes für eine Rolle „H2 Energie in Flensburg“.
Im Jahre 2050 will Flensburg CO2 neutral sein.
Sie möchte einen Dialog aufbauen mit den angrenzenden Kommunen sowie mit Sonderburg/DK.
Sonderburg möchte allerdings 2030 CO2 neutral sein. Das sollte uns zusätzlichen Ansporn geben.
Da gibt es viel zu tun.
Ihr Weihnachtswunsch für 2017:
Für 2018 eine H2 Tankstelle in Flensburg und einen H2 Dienstwagen für das Rathaus bzw. für den OB.
Zusätzlich wünscht sie sich, das ein Projekt angeschoben wird um den H2-Betrieb der Bahnlinie Flensburg/Niebüll zu ermöglichen.

Frau Petra Nicolaisen (CDU einst SH)
Frau Nicolaisen ist „frisch gebackene“ CDU Bundestagsabgeordnete.
„Ihr H2 Feuer ist bereits entfacht“.
Der Wind muss genutzt werden und durch Speicherkapazitäten zur Verfügung gestellt werden.
Hierfür bietet sich die H2 Technologie in hervorragender Weise an, wie ich heute und auch schon beim letzten EES Stammtisch gelernt habe.
Es gilt also eine H2-Infrastruktur aufzubauen.
Die Gelegenheiten hier vor Ort in Schleswig/Flensburg ,Nordfriesland und Dänemark sind in hervorragender Weise dazu geeignet.
„Ich bin da voll auf Ihrer Seite. Sie möchte im Bund dafür eintreten dass Fördermöglichkeiten hier ankommen.
Beim Bund gibt es Fördermöglichkeiten in Form von „NIP I“.
Außerdem gibt es eine Förderung von 250.- Mio. für Fahrzeuge, Schiene/Wasser.
Man sollte wissen wie man an diese Fördertöpfe rankommt.
Dazu möchte Frau Nicolaisen gerne Hilfestellung geben.
– „Wir müssen dranbleiben“, so Ihr Credo.
Zur Sache: Wir müssen energetisch was tun, und dafür möchte sie sich einsetzen.
Herzlichen Glückwunsch zu den heutigen Beiträgen und zur H2 Zukunft

Herr Dunkel SPD Landtag SH
Herr Dunkel hat großes Interesse an die H2 Technologie bzw. an die notwendige Infrastruktur.
Er möchte den H2 Betrieb der Bahn unterstützen und voranbringen, aber auch die H2 Mobilität in öffentlicher und privater Hand.
Er freut sich auch über die rege Teilnahme am heutigen Abend und ist positiv gestimmt für den Fortgang der H2 Technologie.

Prof Born /Hochschule Flbg. // Fach Energie und Umwelt
Man sollte darauf hinwirken dass die Industrie sowie alle CO2 emittierenden Nutzer mit einer CO2 Steuer belegt werden.
Dadurch würden die erneuerbaren Energien wettbewerbsfähig und sich automatisch gut entwickeln können.
Dann benötigt man keine Subventionen mehr.
In Puncto H2 wäre zu erwarten, dass das einen Schub für H2 Fahrzeuge gibt, weil die KFZ Steuer gemessen an CO2 aktuell 0 € sein sollte.
Ein weiterer Effekt wäre dass durch eine erhöhte Produktion von H2, der Wasserstoff an der Tankstelle preiswerter wird und viele Autofahrer bzw. Energieverbraucher geben dem H2 weiteren Auftrieb.

Der Gedanke von Prof. Born ist logisch aber auch rational, und „Irgendwo muss man schon anfangen“

Frau Ursula Thomsen-Marwitz (EES)
Zum Schluss hat Frau Ursula Thomsen-Marwitz noch eine Frage an den Vertreter der NEL/DK.
Warum sperrt sich DK mit H2 Lieferungen von Deutschland nach DK ?
Die Antwort fällt sinngemäß wie bei der Anfrage von Herrn Christiansen (s.oben) aus.

Schlusswort:
Peter Helms bedankt sich bei den Referenten und allen Anwesenden.
In Bezug auf Mitgliedschaft im EES wirbt der EES Vorstand für reges Engagement.
Gäste, vor allem junge Leute, dürfen sich angesprochen fühlen beim EES mitzuwirken und einzutreten.
Dafür würden sie am Ausgang Mitgliedsanträge vorfinden.

Schriftwart; Hans Kötzner

  1. Nächster Event am 30.11.2017 um 18:00 mit Artefakt in Glücksburg (Ort: Grundschule Glbg)

HPS will Hausbesitzer autark machen

Picea
Picea-Gerät auf der Hannover Messe 2017

Es gab bereits mehrere Anläufe, das Prinzip der komplett autarken Energieversorgung auf Basis von Wasserstoff als Energiespeicher in die Realität umzusetzen. Aktuell macht die Home Power Solutions GmbH mit ihrem Konzept von sich Reden. Erstmals präsentierte HPS ihr Picea-System im März 2017 während der ISH in Frankfurt am Main und erzielte damit ein vergleichsweise großes Medienecho.

 

Weiter bitte hier

 

Eine Wasserstoff-Station für Flensburg

Nach den Plänen der „Energie des Nordens“ für Haurup soll auch im direkten Umfeld der Stadt bis September 2018 eine Tankstelle entstehen

FLENSBURG/KOLDING 2018 könnte für die deutsch-dänische Region rund um Flensburg zum Jahr des Aufbruchs für das Wasserstoff-Auto werden. Denn nicht nur die Firma „Energie des Nordens“ um den Bürgerwindparkbetreiber Reinhard Christiansen plant eine Wasserstofftankstelle bei Haurup knapp 15 Kilometer südwestlich von Flensburg. Der umtriebige Flensburger Verein EES (Erneuerbare Energien und Speicher) hat jetzt vom Berliner Lobbyverband H2-Mobility die Zusage bekommen, dass bis zum kommenden Herbst auch in Flensburg oder am unmittelbaren Stadtrand eine der ersten 100 Wasserstoff-( H2)-Tankstellen in Deutschland aufgebaut wird. Das berichteten Peter Helms und Carsten Theet vom EES Vorstand am Donnerstagabend beim Energiestammtisch vor rund 50 Interessierten sowie den regionalen Landtagsabgeordneten Petra Nicolaisen (CDU) und Rasmus Andresen (Grüne) in Flensburg. Dem Industrieverband H2-Mobility, in dem führende Unternehmen aus Auto-, Mineralölindustrie und Anlagenbau zusammengeschlossen sind, seien fünf Standorte präsentiert worden, von denen einer an der Shell-Tankstelle westlich des Scandinavian Parks präferiert werde. Flensburgs Oberbürgermeisterin  Simone Lange, die neuen Technologie aufgeschlossen gegenübersteht und die ein Fahrzeug bereits kurz nach ihrem Amtsantritt im Januar testete, bietet im Stadtgebiet ein ebenfalls verkehrsgünstig an der B 200 (Westtangente) gelegenes Grundstück im Gewerbegebiet Sophienhof an. Bislang können im nördlichen Schleswig- Holstein schon deshalb kaum Autos mit Wasserstoffbrennstoffzellenantrieb unterwegs sein, weil es zwischen Hamburg (fünf Tankstellen) und Kolding knapp 100 Kilometer nördlich der Grenze noch keine einzige Wasserstoff- Tankstelle gibt. Einer, der dies mit seinem Unternehmen Nel Hydrogen Solutions (Herning/ DK) ändern möchte, ist mittlerweile regelmäßiger Gast im Flensburger EES-Netzwerk: Ulle Borup, der selbst in Sonderburg lebt. Er hat mit Nel vor einem Monat Norddeutschlands jüngste H2-Tankstelle in Rostock eröffnet. „Wasserstoff ist nach unserer Meinung der Rohstoff der Zukunft“, sagt EES-Vorsitzender Peter Helms. Elektromobilität ohne Wasserstoff-Brennstoffzelle ist für ihn eine Übergangstechnologie. „Ein E-Auto lädt an der Tankstelle eine halbe Stunde, ein H2-Auto drei Minuten und hat eine Reichweite von 800 Kilometern.“ Wie groß müssten die Parkplätze an der Autobahn werden, wenn künftig jedes E-Auto auf der Durchreise eine halbe Stunde laden soll, fragen die Wasserstoff-Unterstützer. Das nördliche Schleswig-Holstein halten sie deshalb für den perfekten Standort, weil vor allem an der Westküste jedes Jahr Windstrom für einen dreistelligen Millionenbetrag nicht eingespeist werden kann und verloren geht. Daran wird sich nach Auffassung von Dirk Burmeister von der Entwicklungsagentur Heide auch bis über das Jahr2030 hinaus nichts ändern, wenn er die Proteste etwa in Niedersachsen sehe: „Glücklicher Weise werden die Stromtrassen in den nächsten 15 Jahren nicht fertig werden. Die Wasserstoff-Unterstützer sehen das als eine große Chance für ihre Technologie in Schleswig-Holstein. Flensburgs OB Simone Lange sagt, sie freue sich, dass H2 Mobility über die Metropolregion hinaus denke. Jetzt gelte es zu prüfen, wer in diese Technologie einsteigen könne, wenn die Tankstellen da sind: Dabei nannte sie zum Beispiel  Taxi-Unternehmen, Fahrzeugflotten größerer Betriebe oder die Busunternehmen. Selbst möchte sie gerne mit gutem Beispiel vorangehen: „2018 läuft das Leasing meines Dienstwagens aus – dann würde sich der Umstieg realisieren lassen.“ Auch die anwesenden Landtagsabgeordneten signalisierten Unterstützung: Ich bin begeistert von der Wasserstoff-Technik“, sagte Petra Nicolaisen. Und Rasmus Andresen hofft: „Wenn man die Busgesellschaften dabei hätte, wäre es schon eine ganz andere Nummer.“ Der Däne Uffe Borup berichtete, dass seine Firma Nel derzeit allein 14 Stationen in Kalifornien baue. Und EES-Vorstandmitglied Carsten Theet hofft, dass die Flensburger Tankstelle vielleicht immerhin Nummer 35 in Deutschland werden könne. Dabei hoffen die Wasserstoffleute auf mehr Unterstützung von den Energiewissenschaften vom Flensburger Campus. Immerhin: Beide Hochschulen waren Donnerstagabend bei EES vertreten. Der Heider Dirk Burmeister berichtete, dass die Europäische Union derzeit viel Geld für H2-Projekte zur Verfügung stelle. Er lobte die Äußerungen zum Wasserstoff im Kieler Koalitionsvertrag, forderte das Land Schleswig-Holstein aber auf, bei der EU hier noch aktiver zu werden. In Brüssel habe er allein sechs Leute aus Bayern getroffen, die dort Gelder für den Freistaat akquirierten.

Carlo Jolly

Der Artikel wurde uns freundlicher Weise von dem Flenzburger Tageszeitung zum Veröffentlichen genehmigt

Bereits Ende Januar testete Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange diesen Wagen mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb. MARCUS DEWANGER

Die jüngste deutsche Wasserstoff-Tankstelle in Rostock entstand mit Unterstützung und Technologie aus Dänemark. NEL HYDROGEN SOLUTIONS

In Braderup steht der Stromspeicher der Zukunft

Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zeichnet die Gemeinde Braderup in Schleswig-Holstein für ihre innovativen und bürgernahen Energieprojekte aus

Berlin, 31. August 2017 – Nordfriesland ist beim Ausbau der Erneuerbaren Energien schon immer ein Vorbild. So auch was die Speicherung von Strom angeht. In der Gemeinde Baderup steht einer der größten Hybridspeicher in Europa. „Der Umbau der Energieversorgung ist eines der größten Infrastrukturprojekte der Geschichte“, meint Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Effiziente Stromspeicher spielen hierbei eine wichtige Rolle.“

Braderup in Schleswig-Holstein mag zwar mit etwa 660 Einwohnern nicht zu den größten Gemeinden in Deutschland gehören. Doch schon das selbstgewählte Motto „Klein aber Oho“ zeugt von dem gesunden Selbstbewusstsein und spiegelt sich auch in den Projekten wider, die in Braderup umgesetzt werden. Dazu zählen neben einer Breitbandversorgung und einer LED-Beleuchtung auch zwei Bürgerwindparks und seit 2014 auch einer der größten Batteriespeicher Europas. „In Nordfriesland haben Bürgerwindparks ja bereits eine lange Tradition“, erklärt Jan Martin Hansen, einer der Geschäftsführer der Bürgerwindparks. „In Braderup sind wir mit dem Batteriespeicher nun noch einen Schritt weiter gegangen und testen hier bereits die Energieinfrastruktur der Zukunft in der Praxis.“

Mit einem Anteil von etwa 30 Prozent an der Bruttostromerzeugung haben Erneuerbare Energien in den letzten Jahren zwar eine dynamische Entwicklung genommen, bis zu einer bundesweit vollständigen Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien ist es aber noch ein weiter Weg. In Nordfriesland jedoch können Sonne, Bioenergie und insbesondere Windenergie bereits eine regionale Vollversorgung mit Strom leisten. Daher macht es Sinn, hier bereits Technologien zu testen, welche bundesweit erst in ein paar Jahren genutzt werden. Daher wurde der Bürgerwindpark bereits 2014 mit einem Hybridspeicher geplant. „Wir haben für den Betrieb des Stromspeichers eine eigene GmbH gegründet, an der auch der Bürgerwindpark und eine alteingesessenes deutsches Unternehmen beteiligt sind“, beschreibt Hansen die Gründungsphase. „Allerdings hatten wir dann in der Betriebsphase einige technische Schwierigkeiten.“

Während der Testphase seit 2015 wurden 250 Einzelbatterien ausgetauscht. Ein Hybridspeicher kombiniert unterschiedliche Batterietypen miteinander. Im Falle von Braderup sind dies Lithium-Ionen- und Vanadium-Redoxflow-Batterien. Während die Lithium-Ionen-Technologie eher kurzzeitige Schwankungen ausgleichen kann, dienen Vanadium-Redoxflow-Batterien einer langfristigeren Speicherung. Im Zusammenspiel liefert der Vier-Megawatt-Speicher genug Strom, um etwa 400 Einfamilienhäuser einen Tag lang zu versorgen. „Die Batterien sind nun installiert und der Hybridspeicher läuft wie geplant“, freut sich Hansen. In Nordfriesland lässt sich die regenerative Zukunft bereits jetzt real erleben.

Ein ausführliches Portrait der Energie-Kommune ist nachzulesen auf Kommunal Erneuerbar.

Diese Pressemitteilung im Internet lesen auf der AEE-Webseite unendlich-viel-energie.de.

Südlich des Dorfes befindet sich westlich der Bundesstraße 5 der Windpark Braderup mit mehreren Windkraftanlagen, die im Jahr 2006 nochmals wesentlich vergrößert wurden. 2014 wurde der Windpark um einen Hybridspeicher (2,33 MW Leistung, 3 MWh Speicherkapazität) erweitert, der zu den größten seiner Art in Europa zählt und überschüssige Windenergie zwischenspeichern soll. Dieser Hybridspeicher wird von der Energiespeicher Nord GmbH & Co. KG betrieben, wobei sich die Robert Bosch GmbH für die Projektrealisierung und Systemintegration des Speichers verantwortlich zeigt.

Brennstoffzelle & Wasserstoff » Wettbewerb FUELCELLBOX

Runde 2016/17

Welche Aufgabe war zu lösen                

Da ungefähr 50 % des Schienennetzes in Deutschland nicht elektrifiziert sind, hat dies zur Folge, dass dort Züge weiterhin mit fossilen Brennstoffen angetrieben werden. Um die ehrgeizigen Ziele des Klimaschutzplanes umzusetzen, muss jedoch dringend eine emissionsfreie und energieeffiziente Alternative gefunden werden. Dies soll nun durch wasserstoffbasierte Brennstoffzellentriebwagen realisiert werden. Diese Technologie hat nicht nur den Vorteil, dass deutlich weniger Emissionen die Umwelt belasten, sondern auch, dass keine neuen Oberleitungen in die schöne Landschaft NRWs gebaut werden müssen. Für einen ersten Testlauf der innovativen Brennstoffzellentriebwagen werden nun zukünftige Ingenieure und Wissenschaftler gesucht. Können Sie hier weiterhelfen? weiterlesen