HPS will Hausbesitzer autark machen

Picea
Picea-Gerät auf der Hannover Messe 2017

Es gab bereits mehrere Anläufe, das Prinzip der komplett autarken Energieversorgung auf Basis von Wasserstoff als Energiespeicher in die Realität umzusetzen. Aktuell macht die Home Power Solutions GmbH mit ihrem Konzept von sich Reden. Erstmals präsentierte HPS ihr Picea-System im März 2017 während der ISH in Frankfurt am Main und erzielte damit ein vergleichsweise großes Medienecho.

 

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Eine Wasserstoff-Station für Flensburg

Nach den Plänen der „Energie des Nordens“ für Haurup soll auch im direkten Umfeld der Stadt bis September 2018 eine Tankstelle entstehen

FLENSBURG/KOLDING 2018 könnte für die deutsch-dänische Region rund um Flensburg zum Jahr des Aufbruchs für das Wasserstoff-Auto werden. Denn nicht nur die Firma „Energie des Nordens“ um den Bürgerwindparkbetreiber Reinhard Christiansen plant eine Wasserstofftankstelle bei Haurup knapp 15 Kilometer südwestlich von Flensburg. Der umtriebige Flensburger Verein EES (Erneuerbare Energien und Speicher) hat jetzt vom Berliner Lobbyverband H2-Mobility die Zusage bekommen, dass bis zum kommenden Herbst auch in Flensburg oder am unmittelbaren Stadtrand eine der ersten 100 Wasserstoff-( H2)-Tankstellen in Deutschland aufgebaut wird. Das berichteten Peter Helms und Carsten Theet vom EES Vorstand am Donnerstagabend beim Energiestammtisch vor rund 50 Interessierten sowie den regionalen Landtagsabgeordneten Petra Nicolaisen (CDU) und Rasmus Andresen (Grüne) in Flensburg. Dem Industrieverband H2-Mobility, in dem führende Unternehmen aus Auto-, Mineralölindustrie und Anlagenbau zusammengeschlossen sind, seien fünf Standorte präsentiert worden, von denen einer an der Shell-Tankstelle westlich des Scandinavian Parks präferiert werde. Flensburgs Oberbürgermeisterin  Simone Lange, die neuen Technologie aufgeschlossen gegenübersteht und die ein Fahrzeug bereits kurz nach ihrem Amtsantritt im Januar testete, bietet im Stadtgebiet ein ebenfalls verkehrsgünstig an der B 200 (Westtangente) gelegenes Grundstück im Gewerbegebiet Sophienhof an. Bislang können im nördlichen Schleswig- Holstein schon deshalb kaum Autos mit Wasserstoffbrennstoffzellenantrieb unterwegs sein, weil es zwischen Hamburg (fünf Tankstellen) und Kolding knapp 100 Kilometer nördlich der Grenze noch keine einzige Wasserstoff- Tankstelle gibt. Einer, der dies mit seinem Unternehmen Nel Hydrogen Solutions (Herning/ DK) ändern möchte, ist mittlerweile regelmäßiger Gast im Flensburger EES-Netzwerk: Ulle Borup, der selbst in Sonderburg lebt. Er hat mit Nel vor einem Monat Norddeutschlands jüngste H2-Tankstelle in Rostock eröffnet. „Wasserstoff ist nach unserer Meinung der Rohstoff der Zukunft“, sagt EES-Vorsitzender Peter Helms. Elektromobilität ohne Wasserstoff-Brennstoffzelle ist für ihn eine Übergangstechnologie. „Ein E-Auto lädt an der Tankstelle eine halbe Stunde, ein H2-Auto drei Minuten und hat eine Reichweite von 800 Kilometern.“ Wie groß müssten die Parkplätze an der Autobahn werden, wenn künftig jedes E-Auto auf der Durchreise eine halbe Stunde laden soll, fragen die Wasserstoff-Unterstützer. Das nördliche Schleswig-Holstein halten sie deshalb für den perfekten Standort, weil vor allem an der Westküste jedes Jahr Windstrom für einen dreistelligen Millionenbetrag nicht eingespeist werden kann und verloren geht. Daran wird sich nach Auffassung von Dirk Burmeister von der Entwicklungsagentur Heide auch bis über das Jahr2030 hinaus nichts ändern, wenn er die Proteste etwa in Niedersachsen sehe: „Glücklicher Weise werden die Stromtrassen in den nächsten 15 Jahren nicht fertig werden. Die Wasserstoff-Unterstützer sehen das als eine große Chance für ihre Technologie in Schleswig-Holstein. Flensburgs OB Simone Lange sagt, sie freue sich, dass H2 Mobility über die Metropolregion hinaus denke. Jetzt gelte es zu prüfen, wer in diese Technologie einsteigen könne, wenn die Tankstellen da sind: Dabei nannte sie zum Beispiel  Taxi-Unternehmen, Fahrzeugflotten größerer Betriebe oder die Busunternehmen. Selbst möchte sie gerne mit gutem Beispiel vorangehen: „2018 läuft das Leasing meines Dienstwagens aus – dann würde sich der Umstieg realisieren lassen.“ Auch die anwesenden Landtagsabgeordneten signalisierten Unterstützung: Ich bin begeistert von der Wasserstoff-Technik“, sagte Petra Nicolaisen. Und Rasmus Andresen hofft: „Wenn man die Busgesellschaften dabei hätte, wäre es schon eine ganz andere Nummer.“ Der Däne Uffe Borup berichtete, dass seine Firma Nel derzeit allein 14 Stationen in Kalifornien baue. Und EES-Vorstandmitglied Carsten Theet hofft, dass die Flensburger Tankstelle vielleicht immerhin Nummer 35 in Deutschland werden könne. Dabei hoffen die Wasserstoffleute auf mehr Unterstützung von den Energiewissenschaften vom Flensburger Campus. Immerhin: Beide Hochschulen waren Donnerstagabend bei EES vertreten. Der Heider Dirk Burmeister berichtete, dass die Europäische Union derzeit viel Geld für H2-Projekte zur Verfügung stelle. Er lobte die Äußerungen zum Wasserstoff im Kieler Koalitionsvertrag, forderte das Land Schleswig-Holstein aber auf, bei der EU hier noch aktiver zu werden. In Brüssel habe er allein sechs Leute aus Bayern getroffen, die dort Gelder für den Freistaat akquirierten.

Carlo Jolly

Der Artikel wurde uns freundlicher Weise von dem Flenzburger Tageszeitung zum Veröffentlichen genehmigt

Bereits Ende Januar testete Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange diesen Wagen mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb. MARCUS DEWANGER

Die jüngste deutsche Wasserstoff-Tankstelle in Rostock entstand mit Unterstützung und Technologie aus Dänemark. NEL HYDROGEN SOLUTIONS

In Braderup steht der Stromspeicher der Zukunft

Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zeichnet die Gemeinde Braderup in Schleswig-Holstein für ihre innovativen und bürgernahen Energieprojekte aus

Berlin, 31. August 2017 – Nordfriesland ist beim Ausbau der Erneuerbaren Energien schon immer ein Vorbild. So auch was die Speicherung von Strom angeht. In der Gemeinde Baderup steht einer der größten Hybridspeicher in Europa. „Der Umbau der Energieversorgung ist eines der größten Infrastrukturprojekte der Geschichte“, meint Nils Boenigk, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Effiziente Stromspeicher spielen hierbei eine wichtige Rolle.“

Braderup in Schleswig-Holstein mag zwar mit etwa 660 Einwohnern nicht zu den größten Gemeinden in Deutschland gehören. Doch schon das selbstgewählte Motto „Klein aber Oho“ zeugt von dem gesunden Selbstbewusstsein und spiegelt sich auch in den Projekten wider, die in Braderup umgesetzt werden. Dazu zählen neben einer Breitbandversorgung und einer LED-Beleuchtung auch zwei Bürgerwindparks und seit 2014 auch einer der größten Batteriespeicher Europas. „In Nordfriesland haben Bürgerwindparks ja bereits eine lange Tradition“, erklärt Jan Martin Hansen, einer der Geschäftsführer der Bürgerwindparks. „In Braderup sind wir mit dem Batteriespeicher nun noch einen Schritt weiter gegangen und testen hier bereits die Energieinfrastruktur der Zukunft in der Praxis.“

Mit einem Anteil von etwa 30 Prozent an der Bruttostromerzeugung haben Erneuerbare Energien in den letzten Jahren zwar eine dynamische Entwicklung genommen, bis zu einer bundesweit vollständigen Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien ist es aber noch ein weiter Weg. In Nordfriesland jedoch können Sonne, Bioenergie und insbesondere Windenergie bereits eine regionale Vollversorgung mit Strom leisten. Daher macht es Sinn, hier bereits Technologien zu testen, welche bundesweit erst in ein paar Jahren genutzt werden. Daher wurde der Bürgerwindpark bereits 2014 mit einem Hybridspeicher geplant. „Wir haben für den Betrieb des Stromspeichers eine eigene GmbH gegründet, an der auch der Bürgerwindpark und eine alteingesessenes deutsches Unternehmen beteiligt sind“, beschreibt Hansen die Gründungsphase. „Allerdings hatten wir dann in der Betriebsphase einige technische Schwierigkeiten.“

Während der Testphase seit 2015 wurden 250 Einzelbatterien ausgetauscht. Ein Hybridspeicher kombiniert unterschiedliche Batterietypen miteinander. Im Falle von Braderup sind dies Lithium-Ionen- und Vanadium-Redoxflow-Batterien. Während die Lithium-Ionen-Technologie eher kurzzeitige Schwankungen ausgleichen kann, dienen Vanadium-Redoxflow-Batterien einer langfristigeren Speicherung. Im Zusammenspiel liefert der Vier-Megawatt-Speicher genug Strom, um etwa 400 Einfamilienhäuser einen Tag lang zu versorgen. „Die Batterien sind nun installiert und der Hybridspeicher läuft wie geplant“, freut sich Hansen. In Nordfriesland lässt sich die regenerative Zukunft bereits jetzt real erleben.

Ein ausführliches Portrait der Energie-Kommune ist nachzulesen auf Kommunal Erneuerbar.

Diese Pressemitteilung im Internet lesen auf der AEE-Webseite unendlich-viel-energie.de.

Südlich des Dorfes befindet sich westlich der Bundesstraße 5 der Windpark Braderup mit mehreren Windkraftanlagen, die im Jahr 2006 nochmals wesentlich vergrößert wurden. 2014 wurde der Windpark um einen Hybridspeicher (2,33 MW Leistung, 3 MWh Speicherkapazität) erweitert, der zu den größten seiner Art in Europa zählt und überschüssige Windenergie zwischenspeichern soll. Dieser Hybridspeicher wird von der Energiespeicher Nord GmbH & Co. KG betrieben, wobei sich die Robert Bosch GmbH für die Projektrealisierung und Systemintegration des Speichers verantwortlich zeigt.

Brennstoffzelle & Wasserstoff » Wettbewerb FUELCELLBOX

Runde 2016/17

Welche Aufgabe war zu lösen                

Da ungefähr 50 % des Schienennetzes in Deutschland nicht elektrifiziert sind, hat dies zur Folge, dass dort Züge weiterhin mit fossilen Brennstoffen angetrieben werden. Um die ehrgeizigen Ziele des Klimaschutzplanes umzusetzen, muss jedoch dringend eine emissionsfreie und energieeffiziente Alternative gefunden werden. Dies soll nun durch wasserstoffbasierte Brennstoffzellentriebwagen realisiert werden. Diese Technologie hat nicht nur den Vorteil, dass deutlich weniger Emissionen die Umwelt belasten, sondern auch, dass keine neuen Oberleitungen in die schöne Landschaft NRWs gebaut werden müssen. Für einen ersten Testlauf der innovativen Brennstoffzellentriebwagen werden nun zukünftige Ingenieure und Wissenschaftler gesucht. Können Sie hier weiterhelfen? weiterlesen

„KALTE DUNKELFLAUTE“

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„KALTE DUNKELFLAUTE“: NEUE STUDIE ZEIGT LÖSUNG FÜR WETTERBEDINGTE VERSORGUNGSENGPÄSSE IM STROMSYSTEM

Die Pläne der Bundesregierung für den Ausbau des Energiesystems reichen nicht aus, um Deutschland künftig bei extremen Wetterlagen sicher mit Strom zu versorgen. Zu diesem Schluss kommt eine neue, vom Ökoenergieanbieter Greenpeace Energy beauftragte Studie des Berliner Analyseinstituts Energy Brainpool. Die Studie stellte Greenpeace Energy gestern Abend mit großer Branchenresonanz in Berlin vor.

Die Experten haben in der Studie das Phänomen der so genannten „kalten Dunkelflaute“ untersucht: Aufgrund von Schwachwind, starker Bewölkung sowie jahreszeitbedingter Dunkelheit über mehrere Tage oder Wochen produzieren Windkraft- und Solaranlagen zu wenig Strom, um die gleichzeitig kältebedingt hohe Nachfrage zu decken. Einen solchen „Stresstest“ erlebt das Stromsystem laut der Studie alle zwei Jahre, wenn über jeweils zwei Wochen hinweg kaum Strom aus Wind und Sonne zur Verfügung stehen.

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Greenpeace-Energy-Vorstand Sönke Tangermann bei der Vorstellung der Studie. Fotos (2): Christoph Eckelt / Greenpeace Energy eG

„Die Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums reichen nicht aus. Für eine nachhaltige Versorgung braucht das Energiesystem auch nachhaltige technologische Lösungen“,  sagt Sönke Tangermann, Vorstand bei Greenpeace Energy. Möglich wird dies laut Studie erst durch den Einsatz von speicherbaren, erneuerbaren Gasen: Per Elektrolyse lassen sich Ökostrom-Überschüsse in synthetischen Wasserstoff beziehungsweise Methan verwandeln. Dieses so genannte „Windgas“ kann im herkömmlichen Erdgasnetz gespeichert und bei Bedarf durch Gaskraftwerke rückverstromt werden. Um eine komplett erneuerbare Stromversorgung im Jahr 2040 gegen jegliche Wettereinflüsse abzusichern, wären daher laut Studie Gaskraftwerke mit einer installierten Leistung von 67 Gigawatt sowie Elektrolyseure mit einer Gesamtleistung von 42,7 Gigawatt der kostengünstigste Mix in einem dekarbonisierten Stromsystem der Zukunft.

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So funktionert der Ausgleich während einer kalten Dunkelflaute. Grafik: Energy Brainpool

„Ein solches System wäre nicht nur klimaneutral, sondern kann während einer kalten Dunkelflaute die Versorgungssicherheit in Deutschland gewährleisten – und das zu unterm Strich günstigeren Kosten“, sagt Sönke Tangermann. Nach den Berechnungen von Energy Brainpool betragen die spezifischen Erzeugungskosten unter Annahme einer weiterhin schnellen Kostenendegression bei Wind- und Solarenergie 5,7 Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Die spezifischen Kosten des heutigen Stromsystems liegen bei 7 Cent je Kilowattstunde, unter Einrechnung nicht eingepreister Umweltschäden sogar bei 14,5 Cent je Kilowattstunde.

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Die Studie wurde am Abend in Berlin vor zahlreichen Gästen aus Politik, Energiewirtschaft und Medien präsentiert.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte in seinem Strategiepapier „Strom 2030“ betont, die Stromversorgung künftig stärker denn je durch Importe aus Nachbarländern abzusichern. Allerdings zeigt die von Greenpeace Energy beauftragte Studie, dass die kalte Dunkelflaute oft große Teile Europas zur selben Zeit betrifft. Benachbarte Staaten haben also gleichzeitig ein ähnliches Versorgungsproblem. „Ein grenzüberschreitender Ausgleichseffekt existiert daher nur sehr bedingt“, heißt es in der Studie. Das heißt konkret: Nur ein Teil der bis zu 19 Gigawatt Übertragungskapazität können während einer kalten Dunkelflaute für Stromimporte aus dem Ausland genutzt werden – zu wenig, um den zusätzlichen Bedarf lückenlos zu decken. Der aus Klimaschutzgründen notwendige Ausstieg aus der Braunkohleverstromung vergrößert die Brisanz der Frage nach der Versorgungssicherheit bei einer solchen Wetterlage.

Im Erklärvideo: Fabian Huneke von Energy Brainpool über die kalte Dunkelflaute.

„Bei einer europaweiten Energiewende muss der grenzüberschreitende Stromaustausch in den kommenden Jahren dringend durch weitere Flexibilitätsoptionen ergänzt werden, um Wetterereignisse wie die kalte Dunkelflaute abzufedern“, sagt Fabian Huneke von Energy Brainpool. Als Beispiel für einen zurückliegenden Extremfall der kalten Dunkelflaute haben die Studienautoren die zwei Wochen vom 23. Januar bis 6. Februar 2006 identifiziert: Damals lag allein die mittlere Windstromerzeugung bei nur knapp bei einem Viertel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die verbleibende, nicht durch Wind und Sonne gedeckte Stromnachfrage betrug damals durchschnittlich 72,8 Gigawatt – unter Annahme des Kraftwerkparks 2016. Diese so genannte „Residuallast“ musste durch konventionelle Kraftwerke oder den europäischen Stromaustausch gedeckt werden. Auch kurz- und mittelfristige Ausgleichsmöglichkeiten im Stromnetz – etwa Pump- und Batteriespeicher, der Einsatz von Elektroautos oder die Steuerung der Stromnachfrage – gelangen dann an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Kurz andauernde Dunkelflauten über zum Beispiel einen Tag treten häufig auf, der Umgang mit ihnen gilt dank verfügbarer Speichertechnologien und Steuerung der Stromnachfrage im Allgemeinen nicht mehr als allzu große Herausforderung.

Hintergrund: In der Studie haben die Analysten von Energy Brainpool die Wetterdaten des Jahres 2006 einerseits mit einem modellierten Stromsystem konfrontiert, das – wie im Ausbaupfad der Bundesregierung geplant – im Jahr 2040 zu 69 Prozent auf erneuerbaren Energien basiert. Daneben berechneten die Experten ein weiteres Szenario für ein Stromsystem, das 2040 komplett auf fossile Energieträger verzichtet. Mit einem zunehmenden Anteil wetterabhängiger Energien im Stromsystem gewinnen Langzeitspeicher an Bedeutung für die Versorgungssicherheit.

INFO Die komplette Studie von Energy Brainpool finden Sie hier zum Download.

Protokoll vom öffentlichen EES-Stammtisch am 13.Juli 2017 im Restaurant Borgerforening

Thema:         H2 Energieträger der Zukunft und

          H2 Tankstelle in der Region Flensburg

Eingeladen als Referenten sind
OB Frau Simone Lange,
Professor Born von der Uni Flensburg
Frau Petra Nicolaisen von der CDU Landtagsabgeordnete SH
Herr Rasmus Andresen von den Grünen Landtagsabgeordneter SH
Herr Uffe Borup von der Fa. NEL Hydrogen Solutions, Dänemark
Herr Burmeister von der Entwicklungsagentur Heide
Presse: Flensburger Tagblatt und Flbg Avis anwesend

Anwesenheit: 15 EES Mitglieder, 30 Nichtmitglieder (Gäste)   siehe Anwesenheitsliste

Der Vorsitzende Peter Helms begrüßt die Referenten, die Pressevertreter, anwesende Gäste und EES Mitglieder.
Er bedankt sich für das zahlreiche Erscheinen.
Leider konnte Frau Simone Lange und Herr Prof Born nicht kommen.

Vorwort von Peter Helms
Wir wollen die H2 Technologie voranbringen. Die Batterie Antriebstechnologie sollte nur ein Übergang sein. „H2 ist Weitergedacht und für die Mobilität Zukunftsträchtiger“.
Dazu brauchen wir H2 Tankstellen in ganz Deutschland.
Kolding in Dänemark hat eine H2 Tankstelle und die nächsten aus unserer Sicht sind in Hamburg. Wir benötigen in Flensburg eine H2 Tankstelle um die H2 Versorgung im Norden zu gewährleisten.

Bzgl. H2 Tankstellenbau in Deutschland waren wir bei einer Ausschreibung über die H2-Mobility (Berlin) unter die letzten 3 Anbieter gekommen.
Die EES und Akteure der H2 Wirtschaft SH waren im Mai zu diesem Ausschreibungstermin nach Berlin geladen.
Wir haben nicht den 1. Platz gemacht und nicht den Zuschlag bekommen.
Aber: Die Herren in Berlin haben unser Engagement und auch die namhaften Befürworter von der Stadt Flensburg, und dem Land SH für die H2 Technologie für so gut befunden, dass ein Ortstermin anberaumt wurde um evtl. über einen 2. Zuschlag in die Förderung zu kommen.
Und dann ging alles ganz schnell:
Am Donnerstag, den 06.07.2017 um 08.00 h, kamen die Herren aus Berlin zur Begrüßung und zum Vorstellungsgespräch in die IHK Flensburg, die uns für diesen Zweck ihre Räumlichkeiten kurzfristig und unkompliziert zur Verfügung stellte. Das Vorstellungsgespräch fand unter Teilnahme unserer OB Frau Simone Lange, Vorstandsmitglieder des EES und Akteure aus der Wirtschaft statt.
Der Ortstermin wurde dann unter Begleitung von Peter Helms (EES), Ulrich Jochimsen (EES), Marko Bartelsen (Energie des Nordens GmbH), Carsten Theet (EES) und Peter Hamann (EES/Mahnken und Partner) durchgeführt.
Last not least wurde unter den 4-5 Lokalitäten die Shell Tankstelle Handewitt in der Nähe des Skandinavien Parks als H2 Tankstelle vorläufig ausgewählt. Eine Entscheidung darüber sollte im Herbst 2017 fallen.
Diese Auswahl wird als „großes Interesse“ eingestuft. Im allgemeinen werden12-16 Monate Bauzeit veranschlagt.
Weiterhin sagt Peter Helms dass aus diesem „großem Interesse“ jetzt was kommen muss. „Autos, Züge, Busse etc“.
Wir brauchen nun die Politik um bei Genehmigungsverfahren usw. engagiert mitzuwirken.
Herr Helms nimmt dieses als Überleitung zur ersten Referentin Frau Petra Nicolaisen von der CDU SH

Der stellvertretende Vorsitzende Carsten Theet moderiert die Themen für den heutigen Stammtisch und heißt alle Anwesenden herzlich willkommen.
Seine Frage an die Politik:
– Wie kann es angehen, dass ein H2-Auto nur mit der Hälfte des Zuschusses wie ein E-Auto gefördert wird. Denn ein H2-Auto ist auch ein E-Auto. Denn die Brennstoffzelle produziert Elektrizität zum Antrieb der E- Motoren.
Und, in Niedersachen soll die 1. Brennstopfzellen Lokomotive kommen.

  • Frau Petra Nicolaisen (CDU SH)
    – Die Zuschüsse sind die momentane Gesetzeslage, sicher aus der Zeit vor dem H2 Auto
    Bin mit der H2 Technologie noch nicht so vertraut als dass ich hier große Statements geben könnte. Aber, wenn ich das alles so höre was sie hier vortragen reihe ich mich auch in die Serie der Begeisterten ein.
    Als ehemalige Bürgermeisterin hatte ich sehr wohl Berührung mit alternativer Energie Produktion in Form von Windkraft und bin auch absolut ein Anhänger von alternativer Energieherstellung.
    Stichwort „Autarke Gemeinde“ etc.
    Kenne von Amtswegen den Energiepark in Eggebek. Um den H2-Anlauf zu fördern und zu inspirieren könne sich Frau Nicolaisen gut vorstellen dass der Energiepark und die Firmen die dort tätig sind die H2 Technologie aufnehmen könnten und sollten.
    Sie würde sich auch gerne darum kümmern wenn es denn soweit ist.
    Frau Petra Nicolaisen gesteht, dass sie sich in Zukunft politisch mehr mit H2 befassen sollte und verspricht für Fördermittel der H2 Mobilität zu werben.
    In der Sache; wir müssen energetisch was tun das steht fest und dafür möchte sie sich einsetzen.
    Herzlichen Glückwunsch zum H2 Erfolg

Carsten Theet bedankt sich bei Frau Nicolaisen und ruft den „Grünen“ Herrn Rasmus Andresen ans Pult

  • Herr Rasmus Andresen (Grüne SH)

Herr Rasmus Andresen freut sich über den Fortschritt in der H2 Technologie
„Glückwunsch zum H2 Tankstelle“.
H2 ist eine Herausforderung in Bezug auf die gesamte Infrastruktur. Er ist begeistert ob des relativen Erfolges für die Region Flensburg und setze sich sehr für diese Technologie in der Politik ein.
Er meint dass wir zunächst mit Bussen und ÖPNV und Taxen anfangen müssten. Dann benötigen wir die Akzeptanz in der Bevölkerung denn das Henne-Ei Prinzip ist anfänglich nun mal vorhanden.
Politisch, so sein Statement, ist im Koalitionsvertrag der H2 Technologie bereits Raum gegeben.
Für ein allumfassendes Konzept mit finanzieller Beteiligung möchte er sich politisch einsetzen so sei Credo
Er plädiert für Hochschulbeteiligung
Neben der Mobilität auf den Straßen soll auch die Schiene mit H2 bestückt werden. Dies, und so sagt Herr Andresen ist sehr wohl politisch relevant.
Wir benötigen den H2 Einstieg in allen Chargen.

  • Nun hält es das Publikum nicht mehr und es kommen Zwischenrufe
  • Die anwesenden Hochschulstudenten wollen unter Prof Born das Thema H2 nochmal intensivieren.
    Anreize geben im Bereich H2 weiter aktiv zu bleiben
  • Einer sagt, dass bereits LKWs und Alsterschiffe mit H2 laufen.
  • Es ist ein guter Schritt mit H2 Tankstellen aber es fehlen Fahrzeuge   ???? Toyota hat.   
    Mercedes kommt erst noch. Dass deutsche Autobauer geschlafen haben ist kein Geheimnis.
  • Andreas Zech fragt: Was können wir uns leisten. H2 für Schiene und ÖPNV etc. Wir können, denke ich mit Individualverkehr nicht anfangen. Diskussion und Problem der nächsten Generation.
  • Johnny: Bitte keine Kleinmütigkeiten. Die Energiewende duldet keinen Aufschub.
  • Batteriebetrieb ist ein großer Fehler. Fehlinvestment in vielerlei Hinsicht.
  • Wasserstoff wird kommen. Siehe Projekte in Husum, Niebüll, Heide
    Wir sollten eine H2 Tankstelle in den Flensburger Stadtwerken und in Haurup haben
  • Eine Frage war nach dem Preis von Wasserstoff.
    Herr Steinhaus (GP Joule) erklärt: 1 Kg H2 = 9,50 € (z.Zt. noch) Damit kann man 100 Km fahren. Also jetzt schon etwas günstiger als Benzin oder Diesel

Carsten Theet plädiert für „fortfahren mit Vorträgen“ weil sonst der Zeitrahmen gesprengt wird. Er sagt Herrn Uffe Borup als nächsten Vortragenden an

  • Herr Uffe Borup NEL

Berichtete bereits vorher schon über unser Engagement bzgl. H2 Elektrolyse und H2 Tankstellenaufbau
Der Aufbau einer H2 Tankstelle in Rostock ist abgeschlossen. Jetzt kommt Bremen, und einige Standorte mehr.
Außerdem sind wir in Californien /USA mit unterschiedlichen H2 Projekten tätig.
Herr Borup plädiert für einen kommunalen Anfang mit H2-Tankstellen für Züge und Busse, um das Henne /Ei Problem zu überwinden.
Kommunen müssen Busse bestellen. China baut 1000 Busse /Jahr.
!!! Das Marktsignal ist wichtig für die H2 Produzenten.
Im Herbst findet in Kopenhagen ein H2 Event statt.

Außerdem ist NEL engagiert in einem „Power to Gas Projekt“ (100 MW H2 Elektrolyser), in Frankreich.
Abwärme Nutzung bei H2 Elektrolyse hilft zur verbesserten Wirtschaftlichkeit.
Und last not least wollen wir auch eine H2 Tankstelle in Flensburg bauen und bieten dabei einen Rundum -Service.
Jedenfalls stehen wir im Angebot wenn es denn soweit ist.

 

  • Herr Burmeister (Entwicklungsagentur HEIDE)
    war schon mehrmals Gastreferent beim EES Stammtisch und stellt das  Projekt „Quarree 100“ vor
    Herr Burmeister erklärt dass sie per Partnervertrag mit GP Joule zusammen arbeiten und dass sie sich gerne engagieren bzgl. H2 Lieferung nach Flensburg.

Wir sind offiziell Mitglied im deutschen Brennstoffzellenverband und im Vorstand des Europäischen H2 Verbandes.
Wir sind EU engagiert. Herr Burmeister sagt dass die EU positiv in Bezug auf H2 denkt, und verspricht eine grüne Revolution an der Westküste SH.
Nun gibt es ein erweitertes Betätigungskonzept mit Titel „Quarree 100“.
„Quarree 100“ hat 4 große Betätigungsfelder die alle im Bereich; Windstrom, H2, Stadtteil-Versorgung usw. arbeiten. „Quarree 100“ schließt den Vorgänger Entree 100 mit ein.
Der Vortrag ist äußerst vielfältig und reichhaltig, sodass eine Wiedergabe in diesem Protokoll nicht vorteilhaft ist.
Wir empfehlen deshalb sich über das Internet zu einem etwas späteren Zeitpunkt (da jetzt die Homepage noch nicht aktualisiert ist) über die Entwicklungsagentur Heide „Projekt Quarree 100“zu informieren.

Schlusswort:
Peter Helms bedankt sich bei den Referenten und allen Anwesenden.
Er weist darauf hin dass am 20.9.2017 ein „EES Umweltevent“ bei den Stadtwerken Flensburg stattfindet.
Politiker treffen Experten aus der H2 und „grünen“ Energiewirtschaft.
Er bittet um zahlreiches Erscheinen.

In Bezug auf Mitgliedschaft im EES wirbt Carsten Theet für reges Engagement in der Bevölkerung.
Gäste, vor allem junge Leute, dürfen sich angesprochen fühlen beim EES mitzuwirken.
Dafür würden sie am Ausgang Mitgliedsanträge vorfinden.

 

 

Schriftwart; Hans Kötzner

 

Günstiges €-Auto für kurze Wege die nicht mit dem Fahrrad erledigt werden können.

Artikel aus dem Online-Magazin GetMobilitye.Go soll für weniger als 15.000 Euro verkauft werden

E.GO ELEKTROAUTO

Ein Team rund um Prof. Dr. Schuh hat in Aachen ein weiteres Elektroauto entwickelt. Der e.Go ist ein kleines Elektroauto für den Alltag, das zu einem attraktiven Preis verkauft werden soll. In einem ähnlichen Setup ist bereits der StreetScooter entstanden, der von der Deutschen Post eingesetzt wird und demnächst auch an Partnerunternehmen verkauft werden soll.

Elektroauto zum Preis von 12.000 Euro

Der e.Go verfügt über ein schnittiges Design und soll zu einem günstigen Preis zu haben sein. Das Elektrofahrzeug soll für einen Preis von knapp 16.000 Euro zu haben sein. Seit ein paar Tagen kann das Fahrzeug vorbestellt werden, wie bei Tesla müssen 1.000 Euro Anzahlung hinterlegt werden. Durch die staatliche Förderung für Elektroautos in Höhe von 4.000 sinkt der Preis des e.Go auf 11.900 Euro.

e.Go mit Reichweite von bis zu 170 Kilometern

Das viersitzige Fahrzeug verfügt in der Grundausstattung über eine Reichweite von 130 Kilometern, eine Version mit erhöhter Batteriekapazität von 19.2 Kilowattstunden kommt auf eine Reichweite von 170 Kilometern. Damit eignet sich das Fahrzeug als Zweitwagen oder für Nutzer, die ausschließlich auf kurzen Strecken unterwegs sind. Das Fahrzeug ist für die Stadt ausgelegt, und für die meisten Pendler dürfte die Reichweite locker ausreichen.

Modernes Design für den e.Go

Von außen wirkt das Fahrzeug modern, im inneren einfach und schlicht. Das Unternehmen wird so weit es geht auf Teile von der Stange setzen, um die Entwicklungs- und Herstellkosten so gering wie möglich zu halten. Unter anderem liefert Bosch den Antriebsstrang und die Car-to-Cloud Lösung.

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H2 Wasserstoff Bus auch jetzt Serienmäßig zu kaufen.

wasserstoffbus-hyundaiAls Flensburger modernen sauberen Campusbus?

Das wäre Zukunft zum Anfassen/Sehen/Spüren!

Nach der Kaufprämie für Elektroautos wird wahrscheinlich ein weiterer finanzieller Anreiz zur Förderung der Elektromobilität eingeführt: Auf ihrem Treffen hat sich die Umweltministerkonferenz vergangene Woche einstimmig für die Förderung von Elektrobussen für den ÖPNV durch die öffentliche Hand ausgesprochen. Ein ähnlicher Beschluss wurde kürzlich durch die Bundes-Verkehrs-Ministerkonferenz gefasst.

Die Umweltministerkonferenz verabschiedete das Programm „Faktor 100“ und forderte die Bundesregierung auf, bereits im kommenden Jahr 50 Millionen Euro zur Förderung der Anschaffung von 250 E­-Bussen bereit zu stellen.

Die Summe soll sich nach dem Willen der Umweltminister in den Folgejahren auf 100 Millionen Euro jährlich erhöhen.

Das wäre doch auch was für den Norden?bild37

Hier die H2-E-Busse in Hamburg

Klimaziele in weiter Ferne- die Regenerative Zukunft ist sehr realistisch machbar!

Klimaziele in weiter Ferneaus-fwd-praesentaion

In Deutschland wurden 2016 insgesamt fast 906 Mt Treibhaus gase freigesetzt, das sind etwa 4 Mt mehr als 2015. Das zeigen aktuelle Prognose-Berechnungen des Umwelt Bundesamtes (UBA). Am stärksten gestiegen sind die Emissionen im Verkehrssektor: Hier sind es 5,4 Mt mehr als 2015, ein Plus von 3,4 %. Der Anstieg der Verkehrs Emissionen geht vor allem darauf zurück, dass mehr Die­sel getankt wurde und der Straßengüterverkehr um 2,8% gewachsen ist. „Die Klimagasemissionen des Verkehrs lie­gen mittlerweile 2 Mt über dem Wert von 1990. Wenn sich im Verkehrssektor nicht bald etwas bewegt, werden wir unsere Klimaschutzziele verfehlen. Die Effizienz Steigerungen bei Fahrzeugen sind durch das Verkehrswachstum auf der Straße verpufft“, sagte UBA-Präsidentin Maria Krautz­berger. Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, seine Emissi­onen bis 2020 um 40% zu mindern, derzeit ergibt sich nur eine Minderung von 27,6 %.

Anders als auf der Straße erlebte der klimafreundliche Schienengüterverkehr 2016 einen Rückgang bei den trans‑

portierten Tonnenkilometern um 0,5%. Grund sind die zu niedrigen Mautsätze für Lkw und die günstigen Spritpreise. Letztere führten zu einem Plus von 3,5 % beim Dieselabsatz (Benzin: +2%). Maria Krautzberger: „Für eine Verkehrs wende sollte die Maut auf das gesamte Straßennetz und auf alle Lkw-Klassen ausgeweitet werden. So können wir die Um­weltschäden durch Treibhausgase und Lärm den Verursa­chern besser anlasten.“

Auch der Luftverkehr verzeichnete deutliche Zuwächse in puncto zurückgelegter Kilometer bzw. bewegter Passagie­re und Fracht. Auch dies verursacht den Anstieg der Treib­haus gas Emissionen des Verkehrs.

„So lange wir den Verkehrssektor in Deutschland umwelt­schädlich mit 28,6 G€ pro Jahr subventionieren, wird sich an dieser Entwicklung nichts ändern“, so Krautzberger: „Das Dieselsteuerprivileg wie auch andere Privilegierun­gen sollten daher nach und nach abgeschafft werden.“

(UBA-Pressemitteilung vom 20. März 2017)

 

Alles machbar

Wie hoch wären die Belastungen für eine vollständige Umstellung der deutschen PKW auf Wasserstoff? Wissen­schaftler des Forschungszentrums Jülich wollten es wissen und haben den Prozess einmal von Anfang bis Ende durch­gespielt und -gerechnet.

Mit Hilfe von Elektrolyseuren kann man Lastspitzen nutzen, um aus Wasser Wasserstoff herzustellen, der sich ähnlich wie Erdgas unproblematisch und günstig in unterirdischen Salzkavernen lagern lässt.

Pipelines in der Länge von 42.000 km und rund 10.000 neue Wasserstoff-Tankstellen wären nötig, um 75 % der PKW mit Wasserstoff zu versorgen. Insgesamt müssten für Elektro­lyseure, Pipelines, Wasserstoff-Tankstellen und die Erschlie­ßung von Kavernen rund 61 G€ aufgebracht werden. Verteilt über die gesamte Aufbauphase von 40 Jahren wären die jährlichen Ausgaben damit im Schnitt niedriger als die heu­tigen Investitionen in das Erdgasnetz: Die 633 Verteilnetzbetreiber in Deutschland haben alleine im Jahr 2013 rund 2 G€ für den Erhalt und Ausbau des Erdgasnetzes ausgegeben.

Die Kosten für den Wasserstoff wären vergleichbar mit heu­tigen Kraftstoffkosten. Sie lägen — abhängig von der Ver­gütung des genutzten Stroms — umgerechnet nur weni­ge Cent pro Kilowattstunde unter oder über den heutigen Benzinpreisen. Auch in Sachen Komfort müssten Autofah­rer keine Abstriche machen. Innerhalb von drei Minuten ist ein Brennstoffzellen-PKW vollgetankt. Die Reichweite be­trägt bis zu 700 km.

Mit Hilfe von Wasserstoff als Speicher könnte man einen großen Teil der fossilen Kraftwerke durch Windkraft er­setzen. In ihrem Szenario gehen die Forscher von insge­samt 170 GW elektrischer Leistung onshore und 59 GW offshore im Jahr 2050 aus. Zusammen ist das etwa die fünf­fache Gesamtleistung der Windkraft von 2016, was einer Verringerung der CO2-Emissionen um insgesamt 20% entspricht. Weitere 6% lassen sich durch den Ersatz konventi­oneller PKW einsparen. Zugleich könnten auch die aktuell in der Diskussion stehenden Stickoxide und Feinstäube in Städten deutlich reduziert werden. Denn die Abgase von Wasserstoffautos bestehen lediglich aus Wasserdampf. Zusätzliche Einsparungen wären durch die Einführung ent­sprechender Busse und Kleintransporter möglich.

Der Investitionsbedarf für die Infrastruktur hängt in ho­hem Maße von den kostenintensiven Elektrolyse-Kapazitä­ten ab. Für eine anfängliche Flotte von 10.000 Brennstoffzellen Fahrzeugen wären zwar schon ein flächendeckendes Tankstellennetz, aber zunächst nur relativ geringe Elektrolysekapazitäten von etwa 23 MW im Jahr 2025 erforder­lich. Denn zunächst würde nur relativ wenig Wasserstoff benötigt. Um langfristig 75 % der deutschen PKW – oder geschätzte 33 Millionen Brennstoffzellenautos – zu ver­sorgen, wäre dagegen ungefähr die tausendfache Elektrolyse Kapazität mit einer elektrischen Gesamtleistung von 28 GW erforderlich. Das entspricht in etwa der Leistung von 50 Kohlekraftwerken.

Emonts, S. Schiebahn, K. Görner, D. Lindenberger, P. Markewitz, F. Merten, D. Stolten: „Re-energizing energy supply: Electrolytically­produced hydrogen as a flexible energy storage medium and fuel for road transport“, Journal of power sources 342 (2017) 320-6; DOI: 10.1016/jjpowsour.2016.12,073

Energie in den Keller tun

 

Unterirdische Energiespeicher in geeigneten Gesteinsformationen werden voraussichtlich ein Element des Energiesystems von morgen sein. Dieses Prinzip kann man auf unterschiedliche Weise realisieren.

Daher können wir mit Ge­wissheit sagen, dass die Technologien zur Herstellung und Anwendung von Wasserstoff in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht haben, und zwar nicht nur im Pkw-Bereich.“ Für das Wuppertal-Institut sagte Manfred Fischedieck: „Für die Zukunft gehen wir davon aus, dass per Elektrolyse hergestellter Wasserstoff aus Strom aus er­neuerbaren Energien eine wichtige Rolle einnehmen wird.“ Dies müsse auch so sein, um die potenziellen Umweltvor­teile des Wasserstoffs nutzen zu können.

Das Dokument ist unter www.shell.de/wasserstoffstudie frei erhältlich.

 

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Pressekonferenz zur Vorstellung der Shell Wasserstoffstudie mit Dr. Karin Arnold und Prof. Dr. Manfred Fischedick vom Wuppertal Institut, Chef-Volkswirt Dr. Jörg Adolf und Shell Hydrogen General Manager Oliver Bishop sowie Rosario Berretta, Daimler (von rechts)

Kohle Lobby soll aber draußen bleiben!

Anmerkung der EES-ev