Bericht vom 6ten öffentlichen Stammtisch: „Dezentrale Energiewende für die Region“

2015-09-02 Stammtisch

vLnR: Petra Nicolaisen (CDU), Jens Magnussen (CDU), Peter Helms (EES), Peter Hamann (EES)

 

Am 2. September fand der 6. politische Stammtisch des EES, diesmal mit Repräsentanten der CDU Landtagsfraktion, im Restaurant Borgerforenigen statt. Der energiepolitische Sprecher der CDU im Kieler Landtag Jens Magnussen und die direkt gewählte Landtagsabgeordnete des Kreises Schleswig/Flensburg Petra Nicolaisen diskutierten mit den Bürgern und den Mitgliedern des Vereins. In einer konstruktiven Atmosphäre wurde deutlich, dass auch die CDU ein großes Engagement für die erneuerbaren Energien aufbringt. Bedauert wurde, dass es in unserer Region so viel überschüssigen Strom gibt, der abgeregelt werde, weil er nicht sinnvoll genutzt werden könne. Die Erzeuger würden trotzdem finanziell entschädigt. Das sei ein Skandal, da Techniken existierten, die eine sinnvolle Nutzung ermöglichten.

Der Strom kann in „Strom zu Gas“ (Power-to-Gas“)-Anlagen zu Wasserstoff (H2) umgewandelt und zum Beispiel in unser bestehendes Gasnetz eingespeist und gespeichert werden. Es brauchen keine neuen Strom-Trassen gebaut zu werden. Das Gas kann dann jederzeit bei Bedarf wieder rückverstromt werden, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht.

Das Gas H2 kann aber auch für die Wärmeproduktion genutzt werden. Bei der Elektrolyse von Wasser (H2O) zu H2 und Sauerstoff (O2) entsteht Wärme, die zur Einspeisung in ein Wärme-Netz genutzt werden kann. Dadurch verbessert sich die Effizienz der Umwandlung von Strom zu Gas auf ca 90%. Hier bietet sich in unserer Region das Fernwärmenetz der Stadt an, welches Flensburg zu 100% versorgt. Eine Produktionsstelle für das Gas könnte auf dem Gelände der lokalen Stadtwerke errichtet werden. Gleichzeitig könnte das H2-Gas in lokalen öffentlichen Bussen und Autos mit Brennstoffzellen für die Mobilität genutzt werden. Auch die Industrie braucht dringend den reinen grünen Wasserstoff.

Der Verein EES hat einen Förderantrag für die Umsetzung eines derartigen Projektes an das Wirtschaftsministerium gestellt, dessen Bearbeitung sich leider immer wieder verzögert. Technisch sei dieses Projekt ohne Weiteres lösbar, meinte auch Magnussen. In Deutschland betreiben die Mainova und die RWE derartige Anlagen, die auch dazu dienen sollen, die Netzstabilität zu sichern. Es wurde von den Bürgern darauf hingewiesen, dass es sich beim abgeregelten Strom um Eigentum der Bürger handele, da er von den Bürgern schon bezahlt worden sei. Die Nutzung für die Allgemeinheit wurde immer wieder angemahnt. Leider existierten immer wieder rechtliche Probleme, an denen die Umsetzung scheitere. Das wurde auch von den CDU-Vertretern bemängelt, die in der Vergangenheit mit sogenannten Modellregionen ähnliche erfahrungen machten. Hier wurde eine Zusammenarbeit mit dem EES diskutiert, um politisch gegen diese Hemmnisse und Hindernisse vorzugehen.

Die Landesregierung, die in ihren Koalitionsvertrag „Power-to-Gas“ als Projekt aufgenommen hat, ist aufgefordert, unverzüglich die beantragten Projekte zu fördern. Der abgeregelte Strom ist frei und steht kostenlos zur Verfügung. Wo die Energie ist, kann sich auch die Industrie ansiedeln, was für unsere Region dringend erforderlich ist.  Da die Dekarbonisierung unserer Energiekreisläufe zur Stabilität des Klimas dringend erforderlich ist, sind weitere Verzögerungen unverzeihlich.

Für die Teilnehmer war der Stammtisch des EES ein toller, informativer und motivierender Abend. Die anwesenden Bürger bedankten sich bem EES für die Aktivitäten. Eine Fortsetzung der “politischen Runden” im Rahmen des Stammtischs des EES wurde von den Anwesenden gefordert. Angeregt wurde, dazu die FDP einzuladen, die ebenfalls im Landtag vertreten ist.

Peter Helms

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