Bericht vom 3ten öffentlichen Stammtisch: “Der Weg zur Modellregion Wasserstoff”

Am 6.Mai2015 waren Simone Lange, direkt gewählte Landtagsabgeordnete für Flensburg (SPD), und Olaf Schulze, MdL für Geesthacht, und energie- und wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD Landtagsfraktion, Gast unseres dritten Stammtischs.

Peter Helms, Simone Lange, Axel Wiese, Olaf Schulze, Ursula Thomsen-Marwitz

Peter Helms, Simone Lange, Axel Wiese, Olaf Schulze, Ursula Thomsen-Marwitz

Nach der Eröffung durch die stellvertretende Vereinsvorsitzende Ursula Thomsen-Marwitz steckte Co-Moderator Andreas Zech das Thema ab:
Der Koalitionsvertrag der derzeitigen Landesregierung aus SPD, Bündnis90/DieGrünen sowie SSW trifft konkrete Aussaage zur Umsetzung der Energiewende. Insbesondere gibt es auch konkrete Aussagen zum Thema Speicher und Wasserstoff:

„Neben einer besseren Verteilung des Stroms durch neue Netze wollen wir den Ausbau von unterschiedlichen Strom- und Wärmespeichern vorantreiben. Durch Pilotprojekte für innovative Technologien sowie Markteinführung und Anwendung der ausgereiften Speicherkonzepte werden wir die Integration der wetterabhängigen erneuerbaren Energiequellen entscheidend voranbringen. Wir wollen bestehende Möglichkeiten zur Nutzung von Wasserstoff als Speicher mit einbeziehen.“ (Bündnis für den Norden, Koalitionsvertrag 2012 bis 2017, S.38 unten)

„Wie will die SPD dafür sorgen, dass diese Aussage des Koalitionsvertrags auch erfüllt wird?“ begann Andreas Zech die Diskussion.

Olaf Schulze begann mit einer Bemerkung zum Nachdenken: Wenn Wasserstoff keine Bedeutung in der Energiewende hat, warum bauen die Holländer den größten Tiefseehafen Europas, Rotterdam, zum größten Wasserstoffhafen aus? Dies würde wohl kaum geschehen, wenn Wasserstoff keine große Zukunftsperspektive hätte. Dann legte er seine und die Position der SPD-Landtagsfraktion dar. Diese deckt sich ganz überwiegend mit unseren Zielen:

  • Erneuerbarer Strom soll nicht vorrangig über Leitungen exportiert werden. Aber S-H ist das Pionierland der EE und sollte HH mit grünem Strom versorgen, und auch mit grünem Wasserstoff und vielleicht wird das Kohlekraftwerk Moorburg dadurch eines Tages vom Netz genommen, weil es sich nicht mehr rechnet.
  • Erneuerbarer Strom soll nicht weiter exportiert, sondern gespeichert werden. Batterien sind zwar auch eine Speicherlösung, Wasserstoff ist jedoch DER Speicher der Zukunft. Wir müssen jetzt mit Wasserstoffspeichern anfangen, nicht erst in 10-15 Jahren.
  • In diesem Zusammenhang gilt – Wasserstoff ist nicht nur Energie-Speicher im engeren Sinne, also zur Rückverstromung, sondern auch und ganz besonders Energieträger für Wärme und Mobilität und Rohstoff für industrielle Anwendungen.

Da müsste Olaf Schulze doch eigentlich sofort Mitglied werden? Es stellte sich jedoch im Lauf der angeregten Diskussion mit vielen Fragen der anderen Gäste hinaus, dass er sehr viel Überzeugungsarbeit auf allen Ebenen leistet, dass es jedoch keinen Aktionsplan der Regierung zur gezielten Änderung von politischen Rahmenbedingungen und zur stärkeren Förderung von „Wasserstoffprojekten“ gibt. Professor Jens Born von der Fachhochschule Flensburg hob hervor, dass die Erzeugung von Energie kein Selbstzweck sein dürfe, sondern dass Energie immer nur Mittel zum Zweck sein kann, nämlich zur regionalen Wertschöpfung zum Wohle der Menschen.Zur dezentralen Energiewende gehöre das Konzept einer dezentrale Wirtschaftsstruktur „Industrie 4.0“!

Simone Lange und Olaf Schulze appellierten an uns und dachten über nächste Schritte nach:

  • „Wir brauchen Projektanträge für Demonstrationsprojekte mit grossen Partnern, wie z.B. den Stadtwerken Flensburg“
  • „Wir, und auch Staatssekretäar Nägele, unterstützen weiterhin den Projektantrag des Vereins über eine Machbarkeitsstudie“
  • „Wir brauchen Vereine wie Euch, die das Thema vorantreiben! Wir wollen Euch auf jeden Fall unterstützen!“
  • „Auf keiner unserer Veranstaltungen bisher war die kommunale Politik vertreten. Wir müssen unbedingt versuchen, diese als nächste ins Boot zu bekommen!“
Diskussion auch noch nach dem offiziellen Ende des Stamttischs...

Diskussion auch noch nach dem offiziellen Ende des Stamttischs…

Fazit: Auch nach diesem Abend ist klar – es liegt viel harte Arbeit vor uns, und wir sind es selbst, die die Dinge aktiv vorantreiben müssen. Der Unterstützung unserer Gäste von der SPD können wir allerdings sicher sein.

Wir danken Allen, die an diesem Abend an der Diskussion am Stammtisch teilgenommen haben, und ganz besonders denen, die Mitglied geworden sind und evtl. sogar aktiv mitarbeiten wollen. Genau diese Unterstützung können wir gut gebrauchen!

2 comments on “Bericht vom 3ten öffentlichen Stammtisch: “Der Weg zur Modellregion Wasserstoff”
  1. “Auf keiner unserer Veranstaltungen bisher war die kommunale Politik vertreten. Wir müssen unbedingt versuchen, diese als nächste ins Boot zu bekommen!”
    Warum kommt die kommunale Politik nicht zu diesen Veranstaltungen?
    Vorschlag: Telefonische Befragung u. anschließende Auswertung.

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